
Man kennt doch diese alten Stalltüren, auf denen reihenweise Plaketten angebracht sind “Milchleistung 3000 Liter” oder “brucellosofreier Bestand” oder so . Das Schild hier kannte ich noch nicht. Die Firma Aschenbrenner in Kötzting gibt es übrigens immer noch. Und sie haben anscheinend tatsächlich diese automatischen Viehtränken erfunden.
Hinter dieser Stalltüre sind natürlich seit Jahren keine Tiere mehr – außer vielleicht Spinnen und Mäuse – ich wüsste keine Bauernhaus in der ganzen Gegend, in dem die alten Ställe tatsächlich noch in Betrieb sind. In einigen Heimatmuseen sind sie noch vorhanden, aber da stehen keine Viecher mehr drin.
Das Haus, um das es hier geht, steht irgendwo in der Nähe von Laaber. Es ist eigentlich für ein echtes Bauernhaus zu klein. Zum Haus gehören ein paar Tagwerk Wald und ein paar Äcker, gerade genug, dass man im 17. Jahrhundert damit überleben konnte.

Allerdings ist es kein “Austragerhaus”, also das Haus, in das die “Alten” abgeschoben wurden, nachdem sie den Hof an die Jungen übergeben hatten, sondern tatsächlich das “Haupthaus”. Die Balken sind teilweise aus dem 17. Jahrhundert, teilweise aus dem 19. Jahrhundert, und wie die meisten dieser Bauernhäuser in der Oberpfalz hat es im Flur ein im 19. Jahrhundert nachträglich eingesetztes Gewölbe zum Brandschutz. Die Mauern sind aus Bruchsteinen und nicht wirklich “fresh”, weil der ganze Schuppen auf Lehm gebaut wurde, und das Zeug davonrutscht. Vor allem weil das Grundwasser auf eineinhalb Metern steht. Auch hier ist jemand auf die grandiose Idee gekommen, die alten Bogenfenster durch “moderne”, quadratische Fenster mit Sturz zu ersetzen und anschließend das Haus innen und außen mit Zement zu verputzen. Entsprechend schaut das Haus aus. Die Holzböden im Inneren liegen in Sand und Asche und vergammeln – die durch den Zement verursachte Wandfeuchte kommt nur durch die Böden raus, was die Sache nicht besser macht.

Das ist der ganze Hof. Mehr isses nicht. Das links könnte sogar das alte Austragerhaus sein, das nur irgendwann mal “aufgestockt” wurde. Im ersten Stock des Haupthauses gibt’s 1,80 Stehhöhe – für abends ins Bett kriechen, reicht es.
Auf dem Haus ist Denkmalschutz drauf und im Dach ist ein Loch.
Das Standardverfahren in der Oberpfalz ist nun: progressives zuwarten, bis der Schuppen einfällt und dann planieren.
Hier hat einer das Haus gekauft, bevor es an eine Erbengemeinschaft mit einem halben Dutzend Erben gefallen ist. Hat sich einen Statiker organisiert, der sich die Bude angesehen hat, und plant ernsthaft, dem Haus neues Leben einzuhauchen. Er hat die Mittel und die handwerklichen Fähigkeiten dafür.
Das macht Hoffnung.