
Das ist Eldey, lokal auch “Karlinn der Troll” genannt. Ich habe vor einem Jahr mal kurz ein Bild von der Insel gezeigt und auch die Story vom Riesenalk erzählt. Auf Eldey brüten Basstölpel. Ziemlich viele.
Der Riesenalk ist gerade vor kurzem zum Politikum geworden, denn – Kucke da – das Tier heißt “Pinguinus impennis“. Und kam – man glaubt es nicht – in Grönland vor. Nachdem die Pinguine in Grönland – und in Kanada, wo es die meisten gab – gründlich ausgerottet wurden, hat man dann die Pinguine auf der anderen Seite der Erde Pinguine genannt. Die hatten damit nichts zu tun.
Wenn der Herr mit der orangene Frisur ein paar Milliarden in die Hand nehmen würde und aus den insgesamt über 70 Präparaten in den Naturkundemuseen der Welt mit Hilfe von der allerbesten Gentechnik der allerbesten Biolabore der allerbesten Wissenschaftler dieser Welt den Riesenalk wieder züchten würde – das wäre doch mal was für die Geschichtsbücher. Ich bin mir sicher, die Isländer würden direkt neben der Statue des Riesenalk eine von Donald errichten.

Käm doch klasse, oder? Und auf den Schulausflügen würden sich alle Schüler mit ihm fotografieren lassen und alle Chinesen sowieso. Peace on Earth und so.

Statt einem Alk oder Trump stehen dort zwei vergammelte Keyboards um an einen wüsten Film über den Eurovision Song Contest zu erinnern, der zu Teilen in Island gespielt hat. Die Insel ist natürlich Sperrgebiet. Wegen Vögeln. Immerhin.

Mit einem 100-400 kann man “näher ran”. Und mit einem Crop dann noch näher:

Die Insel ist ein alter Vulkanschlot und entstand vor knapp 900 Jahren. Und ist von der Aufnahmeposition 14,3km weg. Aus einer Entfernung von über 14 Kilometern noch den Schnabel eines Basstölpels zu fotografieren ist schon nicht sooo schlecht. Schönen Gruß an die Birder: Ja, es gab auch fliegende und welche, die waren näher dran, denn das ist angeblich eine der weltgrößten Basstölpelkolonien. Dann kannste Tölpel knipsen, bis die Speicherkarte glüht. Aber selbst bei klarem Wetter sind 14km einfach zu viel Luft, als dass man noch wirklich kleinste Details abbilden kann, egal welche Linse man drauf hat.
Heute geht es aber nicht um Vögel, sondern um den Felsbrocken unter den Vögeln. Der wackelt nämlich seit Wochen und allein heute hat es direkt am Felsen und in der sogenannten Reykjanes-Hryggur – frei übersetzt der Reykjanes-Verwerfung auf der der “Troll” sitzt, hunderte Erdbeben gegeben. (Kleiner isländisch Exkurs: Hryggur ist die Wirbelsäule, hyggur heißt denken. Ich werde das nie lernen.)
Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Klotz von einem Tag auf den anderen verschwindet. Oder in die Luft gesprengt wird, weil außenrum viel Wasser ist, das sich mit Magma nicht gut verträgt. Zum Keflavik Airport- dem wichtigsten Flughafen in Island, auf dem auch die Amis sitzen, sind es gerade mal 30km.
Womit wir wieder bei Donald wären.
Und wieder geht es darum, Dinge zu fotografieren, auch wenn sie so aussehen, als wären sie ewig. Morgen macht’s “Buuuuum” und sie sind weg.
Behandle jedes Foto so, als wäre es das Letzte, das jemand von diesem Motiv macht.