Die lila Kuh

Ja, das ist ein Stiefmütterchen und keine lila Kuh. Aber es ist eines der schönsten Bilder, die ich habe, zum Thema “Lila Problem”. Ein anderes Foto, auch schon uralt, ist dieses hier:

Das ist von der “Berchinale 2006”. Mit der E-500. Und damals war ich irgendwie schwer verzweifelt, weil dieser Fächer eben keinesfalls knallblau aussah, sondern lila. Ich habe das dann immer wieder versucht und irgendwann mal Nils gefragt, was da los sei. Antwort: Die Kameras können das lila nicht. Das sei nicht in der Farbpalette drin und da habe es auch schon Fotografen gegebn, die für Milka die Lila Kuh fotografieren wollten und das ging nicht.

OK. Die letzte Story halte ich für eine Urban Legend. Aber das Lila-Problem hat mich verfolgt. Ich habe lange bei jeder neuen Kamera Stiefmütterchen fotografiert und das Problem immer und immer wieder aufgewärmt, bis ich entweder keine Stiefmüttterchen mehr gefunden habe oder Olympus die Farbpalette erweitert hat.

Nun habe ich mal wieder meine Schwarzlichtlampe ausgepackt um die OM-5II drauf loszulassen.

Das Blau passt nicht und das lila der Röhre passt auch nicht. Auch mit einer Änderung von Weißabgleich und/oder Belichtung funktioniert das nicht.

Dann habe ich meine alte E-500 abgestaubt, das gleiche Objektiv dran, gleicher Weißabgleich und “gib ihm”.

Man sieht, der Kontrastumfang der E-500 ist sehr deutlich schlechter. Das Bild ist etwa knapper belichtet als das der OM-5II, aber trotzdem ist das Weiß des Kittels großflächig ausgefressen. Der Sensor der OM-5II ist ja nun auch schon ein Jahrzehnt alt. Kann das die OM-1 besser?

Ich würde sagen, deutlich das beste Bild von der Zeichnung her. Aber die Farbe stimmt trotzdem nicht.

Das nahe UV und die durch das UV angeregte Luminiszenz ist wohl immer noch ein heftiges Problem. Kurze Frage an die Community, die Kameras anderer Hersteller verwenden: Klappt das bei euch?

Ach ja: das Stiefmütterchen war natürlich lila. Und nicht blau.

2 Replies to “Die lila Kuh”

  1. Ich habe leider keine Antwort darauf, aber eine weitere Frage:
    Stimmt es, dass man ein ähnliches Problem mit der Farbe hat,
    die bei (polierten) Goldoberflächen entsteht?

    Oder anders gefragt:
    Kann man Gold fotografisch korrekt aufzeichnen/wiedergeben?

    1. Das ist die Frage, welche Ansprüche man stellt und was dabei rauskommen soll.
      https://www.spektrum.de/lexikon/physik/metalloptik/9662
      Die Frage ist, welches Medium soll das Bild hintennach wiedergeben und welche Beschränkungen hat das. Wenn man ein Medium hat, das kein nahes UV abstrahlt/reflektiert, wird das etwas schwieriger. Und Gold sieht halt auch unter Kunstlicht anders aus als unter Knallsonne. Was ist nun “korrekt”?

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