
Ich mache seit vielen Jahren Konzertfilme und habe ein bisschen Erfahrung damit, was Manager davon halten. Ich habe da schon alle möglichen Dinger gehört. Wirklich Konsens war aber, dass ein komplettes Konzert gaar nicht geht. Weil dann die Leute ja keine Karten für die Tournee kaufen. Die Deppen, die das Konzert mit dem Handy filmen und auf YouTube klatschen, die sind OK, da kann man dann noch die Monetarisierung abgreifen, aber die Qualität ist trotz IPhone halt nicht so gut, dass man das nicht tolerieren könnte. Aber ein professionelles Video des kompletten Konzerts – Nääääää. (Wir haben trotz Genehmigung immer wieder Probleme bekommen, unsere Mitschnitte der ersten drei Songs Online zu kriegen. Weil “Wir hatten nicht geübt, das Konzert war nicht gut.” oder “Sooo professionell war nicht ausgemacht” oder “Das Management hat gesagt, die Coverversionen sollen aus dem Netz”.)
Gestern hat Jesse Welles sein Konzert von Boston von der letzten Tour komplett auf YouTube gestellt. Sauber gefilmt, sauberer Ton, Marker für die einzelnen Songs.
Natürlich ist das auch Werbung für seine neue Tour, die gestern begonnen hat. Habe ich eine Möglichkeit, mir eine Karte zu kaufen und hinzugehen? Nope.
Aber ich bin schon ziemlich platt, dass da ein Ami die eisernen Regeln des Business auf den Kopf stellt. Sie haben ihn bei den Grammys rausgekickt – was natürlich sämtliche Vorurteile über das amerikanische ShowBiz bestätigt.
Aber im Endeffekt ist es das, was ein kleines bisschen Hoffnung macht. Wo ist der deutsche Welles?
Wer übrigens denkt, er kann nur Antikrieg – der kann auch sowas:
Das Titelbild? Norwegen. Nicht USA. Fisheye. Weil ich das PATLive für morgen vorbereite.
Ja, und bei mir liegt er gerade jetzt auf dem Plattenteller, weil ich bei dir über ihn gelesen hatte: Gefällt mir ausgesprochen gut!
Danke, Reinhard!