Es geht hier nicht um einen Lufthansaflug, sondern um ein LensHood von Olympus. Die Streulichtblende für das 40-150 2,8.

Der eine oder andere hat schon davon gehört, dass die gerne mal von alleine auseinanderfällt und man dann kleine Federchen und millimetergroße Kügelchen sammeln und wieder zusammensetzen darf. Es gibt Leute, die schon die dritte oder vierte LH-76 haben. Das Stück kostet knapp 60 Euro, einmal Essen gehen, nervt aber auf die Dauer trotzdem.

Das Objektiv wurde auf der Photokina 2014 vorgestellt und als ich im Frühjahr 2015 bei Olympus auf Besprechung saß, gestand man mir, dass der Support gemeldet habe, dass die Streulichtblenden auseinanderfallen. Die Blenden würden unbürokratisch ausgetauscht. Damit war für mich das Problem erledigt, ich dachte mir, Problem erkannt, Problem gebannt.

Weit gefehlt. Es wurden nämlich die defekten Blenden durch neue, aber genauso haltbare Blenden ausgetauscht, die häufig schon nach zweimaligem Gebrauch auseinanderfielen. In Kandel sitzt ein Bekannter von mir, der sich mal einen Tag hingesetzt hat und die zum x-ten male auseinandergefallene Blende analysiert hat. Schließlich machte er drei Punkte aus, an denen man einen speziellen Epoxi-Kleber einfließen lassen musste – und das Problem war gefixt.

Begeistert berichtete ich das an Olympus. Und endlich geschah etwas. Nichts.

Beim Pyraser Classic Rock 2017 fiel meine eigene LH-76 auseinander und im August 2017 schickte ich sie zum Umtausch. Die Neue wurde draufgemacht und hielt.

Bis vor zwei Wochen, als sich der Metallring mal wieder selbständig machte. Oh Wunder. Darunter gar keine Federn und Kugeln mehr, sondern blankes Plastik mit ein paar Messingstiften. Der Metallring war lediglich mit ein bisschen Silikonkleber angeheftet.

Wer schon mal Kugeln gesucht hat, kennt diesen Anblick.

Erstaunen meinerseits. Olympus hatte offensichtlich klammheimlich sukzessive die alten Streulichtblenden gegen neue ausgetauscht.

Nur was ist da nun neu? Die Antwort ist simpel: Man hat einfach die Kugeln und Federn weggelassen und durch ein paar Tropfen Silikonkleber ersetzt. Was nicht da ist, kann nicht rausfallen. Die Plastikteile sind exakt die gleichen wie bisher.

Low-Tech: Silikonkleber statt Metallfedern

Warum überhaupt diese ursprüngliche, aufwendige Konstruktion? Sobald die Blende in eingefahrenem Zustand in der Tasche liegt, kann es sein, dass der Metallring auf das Objektiv drückt und dort scheuert. Sieht doof aus. Also hat man den gefedert montiert. Da aber keine Objektive mit aufgescheuertem Lack, sondern nur auseinandergefallene Gelis zurückkamen, hat man wohl beschlossen, die Prioritäten zu ändern.

Also, wem die alte Geli auseinanderfällt: einfach den ganzen Blechkram raussschütteln, ein paar Silikontropfen strategisch verteilen, Ring wieder drauf. Fertig. Einsenden überflüssig, was retour kommt, ist nicht besser. Man sollte nur darauf achten, dass die Krampen, die das Bajonett halten, und der Ring zur Betätigung der Krampen frei bleiben. Deshalb ist Sekundenkleber auch eher suboptimal – der fließt nämlich gerne. Beim Draufmachen des Metallrings auf die kleine Plastiknase und die Aussparung im Ring achten.

Kuckst Du Plastiknase und Aussparung in Metallring. Müssen passen.

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6 Replies to “LH-76 Lifehack”

  1. Dieses Objektiv habe ich wegen des schrillen Bokehs nicht (mein altes FT 2.8/50-200 tut’s auch). Aber die etwa 45 € teure Geli des 2.8/12-40 habe ich schon zweimal verloren. Zuletzt hatte sie sich in die Bestandteile aufgelöst und wurde halbwegs zuverlässig mit schwarzem Isolierband zusammengehalten. Mittlerweile habe ich die Gegenlichtblende LH-J66 von JJC, die nur 16,95 € kostet und so konstruiert ist, dass man an zwei Tasten kräftigt drücken muss, bevor sie abzunehmen ist. Die Oly-Gelis fielen schon ab, wenn man nur an eine Taste kam. So hatte ich beide unbemerkt verloren.
    Über die manchmal überhaupt nicht mitgelieferten und schlechten alten Oly-Gelis kann man sich mit Recht aufregen. Die neuen sind besser. Viel zu teuer sind sie als Ersatzteile allemal.

  2. Mmmmh, ein Objektiv was mich in dreierlei Hinsicht überzeugt (hat). Schneller Autofokus und super Abbildungsleistung auch mit dem MC14 und das ab Offenblende und NIE Probleme mit der Streulichtblende … so kann es auch gehen! 😉
    Aber gut zu wissen wo man nachschauen kann, falls doch mal etwas mit der Streulichtblende passiert und sie sich verflüchtigen sollte!

  3. Olympus kann man in zwei Generationen klassifizieren!

    Olympus vor mFT

    Olympus nach FT

    Die eine Generation gehört zu den Guten, die andere zum billigen Scheixxx.

    Die Zuordnung überlasse ich anderen…

  4. Meine Geli auf dem 12-40 er zieren schon lange zwei Streifen Textilklebeband. Nicht unbedingt sexy, aber wirksam.
    Wer mit Zyanacrylat kleben will, sollte eher Gel verwenden. Das bleibt eher dort wo man es appliziert.
    Schade, dass Oly so beratungstesistent bei offensichtlichen Mängeln ist.
    Ich like dir Seite einmal 😉

  5. Bei haben sich schon zerlegt:
    – zwei Mal die Streulichtblende des 12-40
    – der Objektivdeckel des 12-40
    – der Objektivdeckel des 300mm f4

    In allen Fällen waren es die Klebeverbindungen, die den Geist aufgegeben haben. Olympus tauscht die Sachen tatsächlich, aber wie du sagst: man bekommt halt denselben Mist nochmal.
    Insofern habe ich mir für das 12-40 dann mit der JJC Lösung beholfen, denn die ist geschraubt und nicht geklebt und hält seit Jahren. Als Objektivdeckel habe ich mir dann billige Chinadinger gekauft, die bisher auch keine Probleme gemacht haben.
    Nach „Pro“ fühlt sich das für mich als Kunde leider überhaupt nicht an, vor allem beim 300er war ich ziemlich sauer, als bei einem 2500€ Objektiv nach ca. 4 Wochen der Deckel auseinenanderfiel. Olympis wollte mir auch nicht einfach einen neuen schicken, sondern wollte den alten eingeschickt haben – da war es billiger und besser, gleich das Chinatrumm zu besorgen.
    Bei meinem Bruder traten beim 12-40 übrigens exakt dieselben Probleme auf wie bei mir.

    Mit der Objektivqualität an sich habe ich bisher keinerlei Probleme, die „Anbauteile“ sind aber in vielen Fällen erschreckend minderwertig konstruiert. Vor allem die furchtbaren Klebeverbindungen sollten so weit wie möglich durch Schraubverbindungen ersetzt werden. Das kostet natürlich mehr in der Fertigung, aber wenn das Zeug beim Kunden nicht mehr auseinanderfällt, dürfte das für den Namen Olympus doch deutlich von Vorteil sein…

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